Neueste Beiträge
Frau Auf Balkon

5 Impulse für ein achtsameres 2020

Achtsamkeit. An dem Begriff kommt man aktuell scheinbar kaum noch vorbei! Er ist omnipräsent in den Medien und wird munter in den verschiedensten Produkten vermarktet: Tees, Kochbücher, Kalender, Yoga-Equipment – alles Dinge, die uns ein achtsameres Leben versprechen! Doch so allgegenwärtig das Wort auch ist, so wenig greifbar ist die Achtsamkeit für Viele. Was ist das eigentlich: „Achtsamkeit“? Was ist daran so gut? Und wenn es so gut ist: Wie baue ich es in mein eigenes Leben ein? 

Achtsamkeit – Erleichterung statt Belastungsprobe

Vereinfacht gesagt ist Achtsamkeit eine Form der Warnehmung. Man beobachtet körperliche Empfindungen und Emotionen, erlebt sie, aber man bewertet sie nicht. Man nimmt die Position eines stillen, objektiven Betrachters ein. Was zunächst abstrakt klingt, kann eine enorme Erleichterung sein, wenn es darum geht Stress und Angst in den Griff zu bekommen. Achtsamkeit kann dabei helfen Depressionen, Burnout, Angststörungen oder Panikattacken zu behandeln. Oder – und das kann sich jeder von uns für 2020 vornehmen – einer solchen psychischen Erkrankung vorbeugend entgegenwirken!

Die Herausforderung auf sich selbst zu achten

Aber wie funktioniert das denn nun genau mit der Achtsamkeit? Was muss man tun, um Achtsamkeit in seinen Alltag zu integrieren? Nun, im Grunde ist es ganz simpel: Schritt 1: Wahrnehmen. Schritt 2: Nicht bewerten. Einfach, oder? Nun, so einfach ist es dann doch nicht. Vielen von uns fällt es ziemlich schwer das innere „Gedankenkarussell“ anzuhalten, wenn wir in Situationen oder Lebenslagen sind, die uns überfordern. Wir kommen schwer zur Ruhe. Wir hetzen, wir grübeln, wir „funktionieren“ und achten gar nicht so richtig darauf, was das mit uns macht. Und ja, darum geht es bei der Achtsamkeit! Es geht darum auf sich selbst zu achten.

1. Innehalten

Fangen wir also mit dem An- und Innehalten an. Wann hast du das zuletzt gemacht? Wann hast du dich zuletzt getraut einfach einmal im Moment zu verweilen, wenn dich etwas unter Druck gesetzt hat? Wahrscheinlich schon länger nicht mehr, denn belastende Situationen bewirken bei uns oft genau das Gegenteil: Wir haben das Gefühl etwas entgegnen zu müssen, etwas tun zu müssen, antworten zu müssen, handeln zu müssen, nachdenken zu müssen … Müssen, müssen, müssen! In Notsituationen mag eine unmittelbare Reaktion von uns wichtig und richtig sein, aber im Alltag können wir uns eine kurze Pause gönnen. Halte inne, nimm dir ein paar Minuten um die Situation wahrzunehmen. Versuche dich nicht selbst oder durch andere unter Druck setzten zu lassen. Bring Ruhe in deine Gedanken, auch wenn es nur kurz ist. Fühlt sich gut an, oder? Irgendwie erleichternd, oder? Versuch dir jeden Tag eine oder mehrere „kleine Achtsamkeitspausen“ zu nehmen.

2. Schritthalten

Ein guter Weg, um zu mehr Achtsamkeit zu gelangen, ist tatsächlich auch das Gehen. Gehmeditation nennt man es dann, wenn man diese „automatisierte“ Bewegung nutzt, um zu entspannen. Man nimmt seine Schritte bewusst wahr, achtet auf deren Takt und das Geräusch, dass unsere Füße oder Schuhe auf dem Grund machen. Klingt nach etwas, dass du gerne umsetzen würdest? Dann mach es doch einfach! Jeden Tag! Egal ob du zum Bus oder zur Bahn läufst, im Haus ein paar Treppenstufen gehst oder einen ausgedehnten Spaziergang machst. Wann immer du in deinem Alltag in Bewegung bist, hast du die Chance dich achtsamer zu bewegen.

3. Atem halten

Nein, du musst nicht den Atem anhalten! Den Atem anzuhalten ist unbequem und löst Druck aus. Lass deine Atemzüge stattdessen einfach passieren. Wir erinnern uns: Wahrnehmen. Nicht bewerten. Im Fall der Atmung bedeutet das auch zunächst nichts zu verändern oder einzuschreiten. Konzentriere dich einfach auf deine Atemzüge. Nimm das Luftholen und Ausatmen wahr, fühle die Bewegung, die die Atmung in deinem Körper auslöst. Lass dich ein paar Minuten ganz darauf ein und konzentriere dich auf den natürlichen Rhythmus.

4. Essverhalten

Auch Mahlzeiten lassen sich achtsamer gestalten und zwar schon bevor das eigentliche Essen beginnt. Hör auf dein Bauchgefühl! Bist du hungrig oder hast du lediglich Appetit? Wie sieht das Essen auf deinem Teller aus? Wie riecht es? Nimm alle Eindrücke am Essenstisch ganz bewusst wahr. Wenn du mit dem Essen beginnst, achte einmal genau auf den Geschmack und die Konsistenz des Bissens. Kaue, lass dich nicht dazu antreiben dein Essen hinunterzuschlingen. Und iss nicht während du eigentlich gerade etwas anderes machst! Essen im Gehen, während der Autofahrt oder beim hektischen Tippen einer E-Mail – das ist kein achtsames Speisen! Essen ist lebenswichtig, nimm dir dafür die nötige Zeit.

5. In Ehren halten

Wir nehmen so viele Dinge – und häufig auch andere Menschen – in unserem Leben als Selbstverständlichkeit wahr. Wir machen es uns bequem und vergessen, welche Privilegien wir eigentlich tagtäglich genießen. Das, was uns zur Gewohnheit geworden ist, wieder bewusst wahrzunehmen, ist auch eine Form der Achtsamkeit. Mach es dir also zur Gewohnheit Dankbarkeit und Wertschätzung zu praktizieren. Es genügt schon, wenn du jeden Tag drei Dinge auflisten kannst, für die du persönlich dankbar bist. Du kannst diese Liste in deinem Kopf führen, du kannst sie aufschreiben oder sie laut aussprechen. Hauptsache du tust es! Vielleicht wird es dich überraschen wie reich an guten Dingen dein Leben ist.

Nun weißt du also, was es mit der Achtsamkeit auf sich hat und wie du sie – auch ganz ohne Tees, Kochbücher, Kalender, oder spezielles Yoga-Equipment – in deinen Alltag einbauen kannst. Auch das ist wohl ein Grund für die aktuelle Popularität der Achtsamkeit: Sie ist für jeden erreichbar!

In diesem Sinne: Startet gut ins neue Jahr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*