Sucht bei Studenten

Fotolia_Sucht bei StudentenDie Abhängigkeit wird in eine psychische und eine körperliche Sucht unterteilt. Bei der ersten spürt der Betroffene ein starkes Verlangen nach einer bestimmten Substanz. Bei der körperlichen Abhängigkeit treten Entzugserscheinungen auf und die Dosis muss immer mehr gesteigert werden.

Es gibt eine Menge von Motiven, die zu einem Konsum von legalen und illegalen Drogen führen können. Dazu gehören unter anderem Neugier, Geltungsbedürfnis in der Gruppe, Konfliktsituationen verschiedener Art, Angst vor der Zukunft, Mangel an Liebe, aber auch übersteigerte Forderungen von Lehrern, Ausbildern oder Eltern. Unter Studenten ist dieser Leistungsdruck wohl eines der stärksten Motive. Das vor einigen Jahren eingeführte Bachelor- und Mastersystem, setzt viele Studenten unter einen starken Zeit-und Konkurrenzdruck. So sind drei Klausuren innerhalb von fünf Tagen keine Seltenheit mehr und Viele müssen nebenbei auch noch arbeiten, um ihr Studium finanzieren zu können. Rauschmittel dienen dann als eine Art Entlastung und das sogenannte „Komasaufen“ ist mittlerweile ein stark verbreitetes Phänomen. Nach langen Partynächten wird dann aber auch mal das Lernen oder Arbeiten vernachlässigt. Leider gibt es wenig Programme für Alkoholabhängige an den Hochschulen, um den Betroffenen Hilfestellung zu leisten.

Laut Studien, unter anderem der Technischen Universität und der Braunschweiger Psychologen, konsumiert jeder zehnte Student leistungsfördernde Mittel. Geschätzt fünf Prozent der Studenten nehmen verschreibungspflichtige Schmerz-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel zu sich. Und jeder Fünfte konsumiert eine Menge an Alkohol, die gesundheitsgefährdend sein kann. Männer verfallen öfter dem Alkohol als Frauen. Der Grund des starken Konsums ist, dass es auf Partys oder Treffen mit Freunden einfach dazu gehört. Nur Vereinzelnde gaben an, sie würden trinken, um den Stress abzubauen oder um mit Kummer fertig zu werden. Alkohol ist das von Studenten am häufigsten konsumierte legale Rauschmittel. Die beliebteste illegale Droge unter ihnen ist Marihuana.

Auch der zunehmende Konsum an Aufputschmittel (Tablettenkonsum) wird immer mehr zu einem Problem. Apotheken berichten, dass während der Prüfungsphasen Mittel wie Koffeintabletten verstärkt gekauft werden. Mit deren Hilfe können Studenten die doppelte Zeit hellwach und konzentriert bleiben. Besonders begehrt sind die Medikamente Ritalin und Adderall (Amphetamine). Diese werden ursprünglich dafür eingesetzt um Kindern mit Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität zu helfen. Bei Menschen, die nicht an diesen Symptomen leiden, wirken diese Wirkstoffe wie Kokain im Gehirn, machen aber erst in sehr hohen Dosen und nach längerem Missbrauch abhängig. An diese Medikamente zu kommen ist unglaublich einfach: Viele bekommen sie ganz legal von einem Arzt verschrieben. Studenten, die zu solchen Mitteln greifen, weisen oft verstärkte Werte an Nervosität, Anspannung, Unsicherheit sowie eine starke Reaktion auf Stress auf. Sie versprechen sich durch den Konsum, diese Reaktionen in den Griff zu bekommen. Der Wunsch, die geistige Leistung zu steigern ist ein weiterer Grund. Die meisten Studenten holen sich aber keine Hilfe. Zum einen, weil sie glücklicherweise nie wirklich abhängig werden, sondern nach einer experimentalen Phase selber aufhören. Anderseits wollen sie auch nicht zugeben, dass sie Hilfsmittel nehmen müssen um durch ihr Studium zu kommen.

Für Studenten mit Abhängigkeitserkrankungen bieten z. B. die Heiligenfeld Kliniken ein interaktives und ganzheitliches Behandlungskonzept. Mehr Informationen zum Behandlungskonzept für Abhängigkeitserkrankungen.

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